Offener Brief: Das Internationale Olympische Komitee muss Entscheidung zu Wladyslaw Heraskewytsch überdenken

Gemeinsam mit mehr als 40 Kolleg*innen aus dem Europäischen Parlament habe ich heute Morgen einen Brief an das Internationales Olympische Komitee (IOC) geschickt.
Darin fordern wir das IOC auf, die Entscheidung zu überdenken, den ukrainischen Athleten Wladyslaw Heraskewytsch von den laufenden Olympischen Winterspielen auszuschließen. Heraskewytsch wollte einen „Helm der Erinnerung“ tragen, mit Bildern ukrainischer Athlet*innen, die im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ums Leben gekommen sind. Das IOC disqualifizierte ihn und berief sich auf politische Neutralität im Wettbewerb sowie auf Regel 50 der Olympischen Charta.
Wir halten diese Entscheidung für falsch. Wer an getötete Sportler*innen erinnert, nutzt keine Bühne für politische Botschaften oder Demonstrationen. Stattdessen werten wir Heraskewytschs Helm als Zeichen des Gedenkens.
Gerade weil sich die Olympische Bewegung auf Frieden, Menschenwürde und internationale Verständigung beruft, sollte sie Raum für solches Gedenken lassen. Ukrainische Athletinnen haben erlebt, wie Teamkolleginnen getötet, Trainingsstätten zerstört und Karrieren brutal unterbrochen wurden. Diese Realität verschwindet nicht, nur weil man sie aus dem Stadion verbannt.
Die Sanktionierung des Gedenkens birgt die Gefahr, selbst als politische Entscheidung wahrgenommen zu werden und damit den Olympischen Gedanken zu untergraben.