ZDF Aktuell: EU-Asylrechtsverschärfung schafft Zwei-Klassen-System

Im EU-Parlament hat eine Mehrheit aus Rechtsextremen und Konservativen diese Woche weitere Asylrechtsverschärfungen beschlossen und damit quasi ein Zwei-Klassen-Asylsystem in der EU geschaffen. Mit moralisch fragwürdigen Drittstaatenmodellen, die auf rechtem Wunschdenken basieren, sollen Mitgliedstaaten Asylsuchende jetzt schon vor ihrem Asylverfahren abschieben können. Warum das brutale Symbolpolitik ist, die das Problem nicht löst, durfte ich bei ZDF Aktuell erklären.

FR: Krieg im Sudan – Mehr Druck auf europäische Partner nötig

Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media habe ich dringende Konsequenzen für die schweren Kriegsverbrechen im Sudan gefordert. Das bedeutet zum einen, dass die Verantwortlichen in der EU mehr Gelder für humanitäre Hilfe freimachen müssen, statt sie zu kürzen. Und zum anderen, dass wir den Druck auf europäische Partner wie die Türkei und Ägypten erhöhen müssen, den Krieg nicht noch weiter anzuheizen und Waffenlieferungen zu stoppen.

taz: Konservative und Rechtsextreme im EU-Parlament beschließen Ruanda-Modell

Trotz Merz’ Versprechen, niemals mit der AfD zu paktieren, haben Konservative und Rechtsextreme im EU-Parlament die Auslagerung von Asylverfahren beschlossen. Damit ist nicht nur die Brandmauer gefallen; Staaten wie Ägypten oder die Türkei, in denen politische Verfolgung an der Tagesordnung ist, werden jetzt europaweit als sichere Herkunftsländer definiert und Schutzsuchende konsequent entrechtet. Meine Kritik daran hier.

PM: Bundeskanzler Merz muss die Koalition mit Rechtsextremen im EU-Parlament verhindern

Die CDU hat heute im Europäischen Parlament erstmals in ihrer Geschichte eine Mehrheit mit Stimmen der AfD und anderer rechtsextremer Parteien für eine Asylrechtsverschärfung gebildet. Diese Entscheidung reiht sich in die zunehmende Normalisierung der Allianz von Konservativen mit der extremen Rechten ein, die auch bei der Gesetzgebung keine Tabus mehr kennt. Damit brechen CDU und CSU ihren eigenen Unvereinbarkeitsbeschluss. Mehr Informationen zu den vorliegenden Gesetzesinitiativen findet ihr hier in meinem Briefing.

Als asylpolitischer Sprecher und Leiter der deutschen Grünen im Europaparlament, habe ich das scharf kritisiert:

„Die CDU/CSU im EU-Parlament radikalisiert sich in der Asylpolitik schneller, als sie Gesetze machen können. Mittlerweile verschärft sie gemeinsam mit der AfD die Gesetze, noch bevor die letzte Gesetzesverschärfung überhaupt umgesetzt ist. Mehrheiten mit rechtsextremen Parteien wie der AfD werden dabei nicht mehr nur hingenommen. Es wird inzwischen eine gezielte Allianz mit Rechtsextremen zur schrittweisen Abschaffung des bestehenden Asylrechts in Europa gebildet.

Während in der Ukraine täglich Menschen durch russische Angriffe sterben, machen sich die CDU und CSU auf europäischer Ebene zum Steigbügelhalter rechtsextremer Akteure und Putin-Lobbyisten. Dass die Unionsparteien allein in dieser Woche vier Gesetzesverschärfungen auf eine Mehrheit mit Rechtsextremisten stützen, kann man nur als Abschied der Konservativen aus der politischen Mitte werten. Nach dem Motto “Je härter, desto besser” werden Geflüchtete systematisch entrechtet und europäische Werte infrage gestellt. Tatsächliche Herausforderungen und Lösungen in der Migrationspolitik geraten in diesem Wettrennen um die härtesten Asylgesetze inzwischen völlig aus dem Blick. 

Friedrich Merz hat zugesagt, dass es unter ihm keine Kooperation mit Rechtsextremen geben wird. Doch genau das ist nun die Realität im Europäischen Parlament. Wir erwarten als Grüne, dass der Bundeskanzler ein Machtwort spricht und diese Allianz seiner Partei mit der extremen Rechten beendet. Es geht dabei nicht um die Frage, wie die Asylpolitik gestaltet wird, sondern um die grundsätzliche Frage, ob die Feinde Europas und der Demokratie Gestaltungsmacht bekommen.

ZDF MoMa: Fairer Verteilungsschlüssel statt Freikaufen von Solidarität

Nachdem EU-Kommissar Magnus Brunner diese Woche den ersten Migrationsmanagementzyklus und damit verbundenene Pläne für den Solidaritätsmechanismus vorgestellt hat, durfte ich das Ganze im ZDF Morgenmagazin noch einmal einordnen. Für mich ist klar: Ohne ein Umdenken der Mitgliedstaaten weg von Abschreckung und hin zu Solidarität und Rechtsstaatlichkeit wird auch der Solidaritätsmechanismus am Chaos und Leid an unseren Außengrenzen nichts ändern.

Phoenix Unter den Linden: 10 Jahre “Wir schaffen das”

Genau 10 Jahre nach Angela Merkels historischem Satz “Wir schaffen das” habe ich mit Stephan Mayer von der CSU darüber diskutiert, dass der politische Wille fehlt, es wirklich zu schaffen. Wenn humanitäre Helfer*innen im Mittelmeer als Shuttleservice bezeichnet, legale Fluchtwege geschlossen und mit Worten gespalten wird, werden wir unserer Verantwortung schlichtweg nicht gerecht. Zur ganzen Sendung.

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