News from the Borders 08.07.2024

  • Der neue britische Premier Keir Starmer hat angekündigt, das Asyl-Abkommen mit Ruanda zu beenden. Der Spiegel reports.
  • Die Zahl der Asylanträge sinkt. Deutschland verzeichnete im ersten Halbjahr 2024 ein Minus von 19,1 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt sind das 121.416 Erstanträge. Manche Politiker führen das auf die Grenzkontrollen zurück und wollen sie deswegen behalten. Der Experte Marcus Engler hält das hingegen für “Symbolpolitik” und glaubt nicht, dass die Grenzkontrollen der Hauptgrund für den Rückgang sind. Zum Artikel in der Tagesschau. ZDF heute zu den Grenzkontrollen.

News from the Borders 05.07.2024

  • Bis zu 1.000 gefährdete Personen aus Afghanistan wollte die Bundesregierung jeden Monat seit Ende 2022 aufnehmen. Stattdessen werden nun auf Druck des Innenministeriums reihenweise Zusagen zurückgenommen. The Tagesschau reports.
  • Die konservativen Tories haben ihren Wahlkampf komplett auf „Stop The Boats“ und Abschiebungen nach Ruanda ausgerichtet und sind damit kläglich untergegangen. Zoe Gardner hat bereits im Februar drei Schritte aufgeschrieben, mit denen Labour wieder etwas Humanität herstellen könnte. Ihr Beitrag im Guardian.
  • Die UN-Organisationen UNHCR und IOM haben in den vergangenen drei Jahren mit 31.500 Geflüchteten darüber gesprochen, wie sie auf der Flucht zum Mittelmeer erlebt haben. Der Bericht zeigt den extremen Horror, den Menschen auf der Flucht erleben. Mehr dazu in der taz. Hier geht es zum Bericht (eng.).

News from the Borders 04.07.2024

  • Der strikte Kurs der EU gegen den Kriegsverbrecher Baschar al-Assad bröckelt. Vor allem, weil rechte Regierungen darauf drängen, Menschen in sein totalitäres Regime abzuschieben. Mehr dazu in der taz.
  • Die Entwicklungsorganisation GIZ zieht sich vollständig aus Afghanistan zurück. Mehr dazu im Spiegel.

News from the Borders 03.07.2024

  • Die Schutzquote für Afghanen ist bundesweit sehr hoch – nur in Eisenhüttenstadt nicht. Woran das liegt, kann das Bamf nicht erklären. To the taz article.
  • Asylverfahren in Deutschland werden schneller – zumindest ein wenig, wie neue Zahlen zeigen. The SZ reports.
  • Im türkischen Kayseri kam es zu pogromartigen Ausschreitungen, bei denen ein Mob Geschäfte von Syrer:innen anzündete. Auf Videos ist zu sehen, wie Menschen durch die Straßen zogen und Sprechchöre wie „Syrer raus“ riefen. ZDF heute reports.

News from the Borders 02.07.2024

  • Bei der Bezahlkarte tritt nun genau das ein, wovor wir gewarnt haben. Die Behörden werden stärker belastet und Geflüchtete ausgeschlossen, weil sie keine Fahrkarten mehr zu ihren Sprachkursen kaufen können oder Kinder die Mitgliedsbeiträge von Sportvereinen nicht bezahlen können, weil die keine Lesegeräte haben. Wochenmärkte, kleinere Lebensmittelläden oder auch Sozialkaufhäuser akzeptieren die Karte meist nicht. T-Online reports.
  • EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat in Kairo neue EU-Finanzhilfen in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro für Ägypten besiegelt. Im Gegenzug wird erwartet, dass Diktator al-Sisi Menschen auf der Flucht in die EU aufhält. The Tagesschau reports.
  • Das Bamf verweigert dem türkischen Staatsbürger B. Asyl, obwohl er seine Verfolgung belegen kann und ihm in der Türkei Knast droht. Mehr dazu in der taz.

News from the Borders 01.07.2024

  • Die SOS Humanity nahm am Sonntag 186 zuvor von der italienischen Küstenwache gerettete Menschen an Bord ihres Schiffs. Zudem sei die Leiche einer verstorbenen Person an die Crew der Humanity 1 übergeben worden, teilten die Seenotretter mit. Read more in the SZ.
  • Die FDP hält nicht viel von Bewegungsfreiheit und Freizügigkeit im Schengenraum und fordert, die Kontrollen an der deutschen Grenze zu verlängern. Der Spiegel reports.
  • Ungarn übernimmt heute die Ratspräsidentschaft der EU und “Info Migrants” hat zusammengefasst, was das für Geflüchtete und Migrant:innen bedeutet. Zum Beitrag (eng.).

News from the Borders 28.06.2024

  • Das Zivilgericht in Crotone hat entschieden, dass es nicht rechtens war die Humanity 1 im März festzusetzen. Mehr dazu hier.
  • Frontexbeamte vertuschen Menschenrechtsverletzungen an der Albanisch-Griechischen Grenze und melden diese nicht weiter. BIRN berichtet (eng.).
  • In Mauretanien sammeln sich Geflüchtete aus ganz Afrika. Spanien und die EU bezahlen das Land dafür, Menschen mit dem Ziel Kanaren aufzuhalten. Die taz war vor Ort.

News from the Borders 27.06.2024

  • Ich war bei “Ronzheimer” im Podcast zu Gast und habe dort erklärt, warum es in den nächsten Jahren keine Abschiebungen nach Afghanistan geben wird und warum man keine Deals mit den Taliban machen sollte. Zur Episode (46 Min.).
  • In der Debatte um Migration gehe es nur noch um Abschottung, bilanziert die Migrationsbeauftragte Reem Alabali-Radovan (SPD). Die Ampel müsse mehr über ihre Erfolge sprechen – etwa bei den Einbürgerungen. Das Interview in der taz.

News from the Borders 26.06.2024

  • Ich war zu Gast beim “Die da oben” Podcast und habe darüber gesprochen, was für Politik ich persönlich machen würde, wenn meine Partei die absolute Mehrheit hätte. Zum Gespräch.
  • Gestern haben die EU-Regierungen einstimmig die Verlängerung des EU-weiten Schutzes für ukrainische Geflüchtete beschlossen. Die Unionsleute positionieren sich mit ihrer Forderung nach Abschiebungen also sogar rechts von Orban und Meloni. Populismus pur. Putin dankt euch, CSU. Deutschlandfunk reports.
  • Trotz Pushbacks und Menschenrechtsverletzungen unterzeichnete Frontex ein Abkommen mit Serbien. The Standard reports.

News from the Borders 25.06.2024

  • Die Schauspielerin Sandra Hüller übernimmt die Patenschaft für das Bündnisschiff Sea-Eye 5, für das noch Spenden gesammelt werden. Zur Sea Eye Homepage.
  • Während in Deutschland über Abschiebungen nach Afghanistan gesprochen wird, warten dort noch ehemalige Ortskräfte und ihre Familien auf ihre Ausreise. Migazin reports.
  • Bei den Vorwürfen gegen die griechische Küstenwache geht es nicht um unterlassene Hilfeleistung, sondern um aktives Töten. Das muss strafrechtliche und politische Konsequenzen haben, habe ich “ZDF heute” gesagt. Zum Beitrag.
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